Gift vom Acker!

 

Seit Jahrzehnten spritzen Bauern das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat auf die Äcker. Bis dato galt das am häufigsten verwendete Pflanzenschutzmittel als harmlos. Doch jetzt sind Experten aus elf Ländern im Rahmen einer Tagung für Krebsforschung IARC, der Weltgesundheitsorganisation WHO, einheitlich zu einem anderen Ergebnis gekommen!

Glyphosat ist mit höchster Wahrscheinlichkeit krebserzeugend beim Menschen!

Die statistische Häufung von Krebserkrankungen des Lymphsystems bei Menschen, die mit dem Wirkstoff Glyphosat zu tun hatten, hatte die Wissenschaftler alarmiert. Studien aus den USA, Kanada und Schweden zeigten das erhöhte Risiko im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichtungsmittel.

Die WHO hat dieses Mittel in die zweithöchste Gefährdungsstufe eingeordnet!

Dieses Pflanzenschutzmittel wurde 1974 von dem großen Agrochemie-Hersteller Monsanto entwickelt und unter anderem unter dem Namen "Round-up" auf den Markt gebracht. Auch für Hobbygärtner ist es im Baumarkt erhältlich. Mittlerweile ist Glyphosat in rund 180 verschiedenen Herbiziden verschiedener Hersteller enthalten. Rund 6000 Tonnen pro Jahr landen in Deutschland auf rund 39% der Äcker! In Nord- und Südamerika gibt es sogenannte Round-up-Ready-Pflanzen, die von Monsanto gentechnisch so verändert wurden, dass sie resistent gegen das Mittel sind.

In der EU ist der Anbau dieser Pflanzen verboten. Als Tierfutter kommen sie allerdings auch zu uns.

Sicher ist: Wir alle tragen Spuren von Glyphosat in uns, vor allem Menschen die in der Nähe von Feldern wohnen, die mit Glyphosat besprüht werden.

Besondere Brisanz erhält die Neueinstufung der WHO, weil die Genehmigung für den Wirkstoff in Europa in diesem Jahr ausläuft. Ob der Stoff von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit erneut zugelassen wird, hängt vom Rat des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ab, dem Berichterstatter für Glyphosat in der EU. Das Institut reagierte jedoch mit Unverständnis auf die Ergebnisse des IARC. Auf Basis der vorliegenden Informationen sei die Einstufung des IARC schwer nachvollziehbar. Derzeit sehe das BfR keinen Grund seine bisherige Einschätzung zu revidieren.

Dennoch gibt es bereits weltweit Reaktionen auf die Einschätzung des Expertenteams der WHO. Frankreich hat den Verkauf von Round-up in Gartenzentren verboten. In Deutschland haben einige Baumärkte den Wirkstoff bereits freiwillig aus dem Programm genommen. Für ein Verbot in Deutschland fehlt noch die Rechtsgrundlage, so das Landwirtschaftsministerium.

Die Koalition im Bundestag hat sich gegen eine Einschränkung von Glyphosat ausgesprochen! Im September wird es im Bundestag jedoch eine Expertenanhörung geben.

Wir von Bündnis 90 / Die Grünen fordern: "Es darf keine Neuzulassung von Glyphosat geben, solange Gesundheitsgefahren nicht umfassend durch neue industrieunabhängige Studien geklärt und ausgeschlossen werden!"

Den Ruf, harmlos zu sein, dürfte Glyphosat verloren haben.

Wer sicher sein will Lebensmittel ohne Glyphosat-Rückstände zu kaufen, sollte Bio-Produkte wählen rät die Verbraucherzentrale NRW, denn im ökologischen Landbau ist der Einsatz von Glyphosat generell verboten. Heimgärtner sollten außerdem auf Unkrautvernichtungsmittel verzichten!

Ihre Ruppichterother Grünen

 

 

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